Das performative Konzert MOONSAY verbindet migrantische Erinnerungskultur mit der Suche nach einem gesellschaftlichen Zusammenleben in Offenheit…
Das performative Konzert MOONSAY verbindet migrantische Erinnerungskultur mit der Suche nach einem gesellschaftlichen Zusammenleben in Offenheit und gegenseitiger Akzeptanz.
Das Chroma Kollektiv führt an diesem Abend zwei Werke auf: „Asylum“ für Oboe, Englischhorn und Elektronik von Diana Syrse und „Moonsay“ für Ensemble und Elektronik von Hang Su.
Das Werk „Asylum“ basiert auf persönlichen Erzählungen von Geflüchteten. Dabei werden Kriegsgeräusche und Interview-Ausschnitte mit geflüchteten Kindern aus Syrien als elektronisches Tape der Solo-Oboe gegenübergestellt. Die Oboe und das Englischhorn symbolisieren dabei das Innenleben eines Geflüchteten und seine Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen wie der Frage nach Heimat und Zugehörigkeit.
Im zweiten Stück „Moonsay“ verknüpft Hang Su Erinnerungen an dokumentierte Brandanschläge auf migrantische Menschen mit einer Komposition aus elektronischen Klängen, die von Gewalt, Schmerz und Zusammenhalt erzählt. Dabei werden Alltagsgegenstände wie Wäscheständer und Posterrollen verwendet, die sich zu fragilen Klangkörpern verwandeln. Eine große Mondfotografie des kurdischen Astrofotografen Darya Kawa steht dabei im Mittelpunkt und fungiert als Symbol für Heimat, Erinnerung und regenerative Kraft, das Orientierung und Trost spendet. Wir laden das Publikum ein, diese Erinnerungen gemeinsam zu teilen und weiterzutragen.
Komposition: Diana Syrse, Hang Su
Musik / Performance: Chroma Kollektiv (Begüm Aslan, Albert Kuchinski, Leonard Melcher, Patrícia Pinheiro: Oboe und Englisch Englisch Horn)
Unter der Leitung von Leh-Qiao Liao
Mondaufnahme: Darya Kawa Archiv: Joel Schülin (Brandmuster)
Diana Syrse, 1984 in Mexiko-Stadt geboren, ist Komponistin und Sängerin. Nach dem Gesangs- und Kompositionsstudium an der Universidad Nacional Autónoma de México absolvierte sie einen Master als Composer-Performer am California Institute of the Arts, gefolgt von einem Master an der Hochschule für Musik und Theater München. Ihren PhD in Komposition mit Schwerpunkt Oper und Musiktheater schloss sie an der University of Birmingham ab.
Hang Su, geboren in China, ist ein in Deutschland lebender Komponist, der Musik mit Performance, Theater, Fotografie und Theorie verbindet. Seine Arbeiten thematisieren Postkolonialität, Migration, Körperpolitik und marginalisierte Stimmen, geprägt von interdisziplinären und elektroakustischen Ansätzen.
Leh-Qiao Liao, in Deutschland geborener Dirigent taiwanischer Herkunft, arbeitete mit führenden Ensembles der Neuen Musik wie dem Ensemble Modern, dem Remix Ensemble, dem International Contemporary Ensemble und dem JACK Quartet zusammen. In der Saison 2024/25 leitete er eine CD-Produktion mit dem Ensemble Modern sowie das Musikvermittlungsprojekt des Moers Festival. Konzerte führten ihn auf zahlreiche Festivals wie die Wittener Tage für Neue Kammermusik, das impuls Festival in Graz und das Gaudeamus Festival in Utrecht. Nach seinem BA & MA in Düsseldorf bei Prof. Rüdiger Bohn war er Dirigent der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) 2024/25. Seit Oktober 2025 ist er Stipendiat der Akademie Musiktheater heute und künstlerischer Leiter des Chroma Kollektivs.
Das Chroma Kollektiv, gegründet 2024/25 bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) in Frankfurt, vereint 12 Musiker*innen aus 11 Ländern. Es entwickelt neue Konzertformate zeitgenössischer Musik und verbindet postmigrantische Perspektiven mit interkulturellem Austausch. Dabei trat es bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, dem Impuls Festival Graz, dem Festival Into the Open Berlin, dem Gaudeamus Festival in Utrecht, dem Luzern Festival und dem fluctoplasma Festival in Hamburg auf. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt Einlass: 19 Uhr https://www.brotfabrik.de/events/moonsay-ein-postmigrantisches-erinnerungskonzert/ https://chromakollektiv.com